Neun Zoll für unter $500: Mit dem HP 2133 Mini-Note drängt der weltweit verkaufsstärkste PC-Hersteller mit viel Druck in den Netbook-Markt . Dabei verlor Hewlett Packard bislang keine Zeit: Schon Mitte April - wenige Tage nach der Produktvorstellung - wurde der HP 2133 Mini-Note Verkauf in den USA gestartet.
Den Rollout in Deutschland hat HP für September angekündigt.Wehmutstropfen: Mit einem Einstiegspreis von EUR 599 haben die Kalifornier hierzulande vor allem Geschäftsleute im Auge, für viele Privatanwender könnte das Netbook zu teuer sein.
Technik
Der HP 2133 Mini-Note kommt in acht verschiedenen Konfigurationen daher, die mit $499 (EUR 315) bis $849 (EUR 535) bepreist sind. Gemein ist allen Modellen eine mit 1 GHz bis 1,6 GHz getaktete VIA C7-M ULV CPU, die bereits in verschiedenen Eee PC Konkurrenten seinen Dienst verrichtet. Der für geringen Stromverbrauch konzipierte Prozessor ist für Office- und Internetanwendungen ausreichend, mit komplexen Grafikprogrammen oder modernen Spielen aber schnell überfordert. Das gilt in noch größerem Maße für den Grafikchip, der ebenfalls von VIA kommt: Der Chrome9 schneidet in Bechmarks 50% schlechter ab als der im Eee PC verbaute Intel GMA 900.
Im Bezug auf den Speicher bietet HP die größtmögliche Auswahl. Von 4 Gbyte Flash-Speicher im $499 Modell bis hin zu 160 Gbyte konventionellem Festplattenplatz reicht das Angebot. Der Arbeitsplatz ist je nach Konfiguration 512 Mbyte bis 2 Gbyte groß.
Alle 2133er haben eine integrierte VGA-Webcam (640×480px) für Videotelefonie und Schnappschüsse, die beiden Top End Modelle darüber hinaus Bluetooth. Als Betriebssystem kommt in den beiden unteren Konfigurationen SuSE Linux, ansonsten Windows Vista zum Einsatz. Seit Mai ist bei den beiden teuersten Ausführungen eine kostenlose Downgrade-Option auf Windows XP inklusive.
Nativ löst das helle Display 1280×768px auf - die meisten aktuellen Netbooks begnügen ihre Anwender mit 1024×600 Bildpunkten.
HP offeriert Batterien mit drei bzw. sechs Zellen, die für 2,5h (5h) netzlosen Betrieb gut sind.
Besonders attraktiv erscheint die Ausstattungsvariante für $549 (EUR 350). Zu diesem Preis gibt es einen Linux-2133er mit 1,2 GHz, 1 Gbyte RAM und eine 120 Gbyte HDD. Für $50 mehr ist exakt die gleiche Konfiguration auch mit Windows Vista erhältich.
Optik
Anders als Eee PC Rivalen mit asynchronem Display oder merkwürdigen Proportionen weiss der HP 2133 Mini-Note optisch zu überzeugen: Das Alu-Chassis des Neun-Zollers lässt ein wesentlich höherpreisiges Gerät vermuten. Dabei hat Hewlett Packard aber nicht die Usability aus den Augen verloren: Das Gehäuse soll besonders robust sein, der Tastatur kann Spritzwasser nichts anhaben, das Display ist kratzfest: Auch in unruhigen Umgebungen kann das 2133 Mini-Note problemlos genutzt werden. Die Bauweise geht freilich auf Kosten der Mobilität: Mit 1,3kg bringt das 2133 bei ähnlichen Maßen rund 400g mehr auf die Waage als Eee PC & Co.
Die Lautsprecher sitzen wie beim Eee PC 4G (aber anders als beim Eee PC 900) neben dem Display, die Tasten des Touchpad - ungewöhnlich - seitlich anstatt unter der berührungsempfindlichen Fläche. Dazwischen befindet sich eine für die Gerätemaße außergewöhnlich große Tastatur: Durch die Minimierung der Tastenzwischenräume kommt das HP 2133 Mini-Note mit einem Keyboard daher, welches 92% der Größe konventioneller Tastaturen mitbringt.
Presse
Die ersten Testberichte zum HP 2133 Mini-Note sind voll des Lobes. Obwohl eigentlich für den Bildungsmarkt entworfen, sehen die Tester auch Anwendungsmöglichkeiten für Geschäftsleute. Das schlicht-elegante Design macht in Konferenzräumen eine ebenso gute Figur wie in Vorlesungssälen, der hochauflösende Bildschirm lässt Darstellungsprobleme der Vergangenheit angehören. Positiv hervorgehoben wird auch das nahezu ausgewachsene Keyboard, welches ohne Umgewöhnung ähnliche Tippgeschwindigkeiten wie am heimischen PC ermöglicht.
Kritik gibt es für für das Touchpad: Viele Tester beschreiben die seitliche Lage der Tasten als verwirrend. Weiterhin stellt die hohe Auflösung auf dem recht kleinen Display schwache Augen vor Probleme, hier könnte eine Skalierung auf (immer noch ausgezeichnete) 1024×600px nötig sein.
Auch die Leistung enttäuschet: Selbst mit 1,6 GHz getaktet schneidet der HP 2133 Mini-Note schlechter ab als der (auf 630 MHz untertaktete) Eee PC 4G. Windows Vista läuft in dieser Konfiguration für $749 nichts desto trotz relativ flüssig, jedoch muss selbst zu diesem Preis eine happige Bootzeit von 1:19min sowie (Grafikchip-bedingte) Ruckler in der AERO-Oberfläche in Kauf genommen werden.
Fazit
Mit dem HP 2133 Mini-Note setzen die Amerikaner ein Ausrufezeichen im von asiatischen Unternehmen dominierten Netbook-Geschehen. Der Neun-Zoller ist der Konkurrenz in verschiedenen Punkten (Haptik, Speicherplatz) weit voraus, hat aber auch seinen Preis: Gerade die Spitzenmodelle spielen in einer andere Liga als typische Netbooks, die bei ähnlichen Datenblättern mehrere Hundert Dollar günstiger sind.
Trotzdem: Der HP 2133 Mini-Note wird auch in Deutschland viele zufriedene Käufer finden, denen ein niedriger Anschaffungspreis weniger wichtig ist als höchstmögliche Usability in Kombination mit der Verarbeitungsqualität des Weltmarktführers.
HP 2133 Mini-Note Datenblatt
| Modell | HP 2133 Mini-Note |
|---|---|
| CPU Name | VIA C7-M |
| CPU Taktung | 1600 MHz |
| Grafik | VIA Chrome 9 |
| Display | 8,9" LED (matt) |
| Auflösung | 1280×768px |
| Speicher | 120 Gbyte (HDD) |
| RAM | 2048 Mbyte |
| Audio | Stereo |
| Verbindungen | WLAN, Ethernet, Express Card Slot, (Bluetooth) |
| Cardreader | Multicard |
| Webcam | 0,3MP |
| USB | 2x USB 2.0 |
| Akku | Sechs Zellen |
| Akkulaufzeit | 2:30h / 5:00h |
| Maße | 256 x 165 x 33 mm |
| Gewicht | 1300g |
| Betriebssystem | Windows Vista & XP |
| Farben | silber |
| Preis | EUR 499 (UVP) |
| Verfügbarkeit | Im Handel |
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